Shishu Bhavan
Seit meiner ersten langen Reise vom Norden in den Süden von Indien, vor über 10 Jahren, bin ich fasziniert und tief beeindruckt von diesem Land. Mögliche Arbeitsaufenthalte suchte ich also dort und aufgrund von persönlichen Kontakten verfolgte ich auch eines in Kambodscha. Die Kontakte waren schnell hergestellt, jedoch bis die Rahmenbedingungen definiert waren, verging viel Zeit und zwei Projekte kamen nicht mehr in Frage, nun war klar: Es geht in ein Kinderzentrum für Slumkinder in Goa.
Das Zentrum setzt zwei Schwerpunkte: Zum einen werden die Kinder für die Schule vorbereitet und zum anderen werden alle Schulkinder weiter betreut, sie erhalten Nachhilfeunterricht und während den Ferien wird ein Freizeitprogramm organisiert.
Nachdem ich mit Elisabeth (Amurta), der Präsidentin des Vereins, über facetime meinen Einsatz besprochen hatte, traf ich sie persönlich zu weiteren Vorbereitungen in Zürich, ebenso Sandra, die jeweils das Diwaliferienprogramm gestaltet hatte. Da Sandra dieses Jahr das Kinderheim leider nicht unterstützen konnte, sollte ich für die 2 Wochen ein Bastel- und Zeichenprogramm zusammenstellen. Ups... meine kreative Bastelader hörte mit dem Älterwerden meines Sohnes auf (dieser ist heute 31) ... Ich ging ins Rösslitor, durchstreifte das Internet, holte mir Rat bei einer Kindergartenlehrperson... und hatte dann ein Programm zusammen. Natürlich bastelte ich die Ideen nach - wie dies dann mit 15-20 Kleinkindern gehen soll, konnte ich mir in der Vorbereitung nicht vorstellen.
Mit der Projektleiterin in Goa tauschte ich meine Ideen aus und sendete ihr die Materialliste.
Meine Nervosität vor dem ersten Schultag war völlig unbegründet. Ich wurde von Rupa, der Schulleiterin, und dem ganzen Schulteam, einschließlich der Kinder, herzlich begrüßt.
Fünf Wochen lang war ich Teil dieses kleinen Schulteams. Während der ersten Woche beobachtete ich vermehrt den Unterricht, unterstützte die Lehrkräfte und lebte mich in den Schulalltag ein.
Während der gemeinsamen Pausen und Mittagessen erfuhr ich viel über die Schule, deren Organisation und vor allem über die Ziele und Erfolge, die mit diesem Projekt erreicht werden. Die Unterrichtstage waren sehr kurzweilig: Es wurde gesungen, für den Eintrittstest in die Schule geübt (in drei verschiedenen Niveaus), und natürlich wurde auch im Freien gespielt, sodass die Bewegung der Kinder ebenfalls gefördert wurde. Überrascht war ich von der Disziplin der Kinder. Der Unterricht und auch die Pausen, in denen der Znüni verteilt wird, sind geprägt von großer Disziplin, die wir als Drill bezeichnen würden. In jeder Situation hören die Kinder zu, es wird nicht dreingeredet oder gedrängelt. Es wird viel Wert daraufgelegt, dass die Abläufe funktionieren, sodass die Lehrpersonen Zeit (und die nötige Ruhe) haben, um dann auf einzelne Kinder einzugehen.
Die zwei kreativen Schulwochen waren intensiv, aber ich wurde während dieser Zeit mit strahlenden Kinderaugen und fröhlichen Gesichtern belohnt; die Begeisterung der Kinder war unglaublich. Erstaunt hat mich, dass die Kinder so gut Englisch verstanden. Die Kommunikation war überhaupt kein Problem, bei den Einführungen der Arbeiten übersetzten die Lehrpersonen meine Anleitungen. Es machte mir extrem viel Spaß, mit den Kindern zu basteln und zu spielen. In der zweiten Woche kamen die älteren Schüler in den Unterricht, die meisten von ihnen konnten sehr gut Englisch, und ich genoss es, mehr über ihren Alltag und ihre Zukunftswünsche zu erfahren. Diese Wochen waren anstrengend, aber die Umarmungen und Dankbarkeit der Kinder sowie die strahlenden Gesichter bleiben mir in Erinnerung!
Besuche in den Slum, wo die Kinder des Shishu Bhavan leben, bewegten mich sehr und machten mir nochmals deutlich, wie wichtig es ist, dass solche Projekte unterstützt werden, denn das ist für diese Kinder der einzige Zugang zu Bildung und somit zu einer besseren Zukunft.
Ich war tief beeindruckt von der engagierten Schulleiterin, den motivierten Lehrpersonen, dem immer hilfsbereiten Schulteam und der offenen Kommunikation sowie Wertschätzung. Indien ist schon lange für mich ein Herzensort und jetzt, durch diese Zeit, noch mehr!
Danke, Shishu Bhavan!
Mr. Daniel Kehl Gewerbliches Berufs-und Weiterbildungszentrum St. Gallen Re: Ms. Vera Koslowski Dear Mr. Kehl, May I on behalf of Shishu Bhavan convey a sincere message of gratitude to Vera Koslowski, a lady who has voluntarily and so generously given us here her much appreciated and valued time with our precious underprivileged slum children, their teachers and their families. Vera arrived here on 16th October 2023 and during her time with us all, interacted in a very professional way, her demeanour and attitude was very warm, caring and loving. This was particularly pleasing to us, and she endeared herself not only to the children, but to my staff and the children’s parents also. When observing Vera’s involvement with the children in a range of educational, cultural and hygiene areas and topical discussions, it is apparent that she is a lady of immeasurable talent and kindness, a lady who immerses herself totally into whatever area of expertise is required on any given day or occasion. Occasions i.e. Arts/Crafts; Trips to Fun/Adventure Parks; Daily meal times and children’s hygiene. The children and ourselves have really enjoyed Vera’s time spent with us here and will very much miss her lovely warm persona. In thanking Vera once again, and as she will leave us today on 21st November, may we wish her a continuance of her warm, loving, caring nature, knowing that our gratitude, love and blessings are with her always, and that she may return to us one day soon. Rupa Mandrekar School Principal 21st November 2023 Reg.Society No: 120//GOA/2014 Add: Mainath Batti, Arpora, Goa. e-mail: shishubhavan2015@gmail.com www.shishubhavangoa.com