Wochenbericht
Ein letztes Puzzleteil meines Arbeitspaketes "Berufspraxis" war der Besuch eines überbetrieblichen Kurses am GZO. Christian Kraus. der Leiter des GZOs, schlug mir vor, den 4 tägigen Kurs der Zeichner Fachrichtung Architektur mitzumachen, da dort alle Berufe kompakt vorgestellt werden: Gebäudetechnikplanung, Heizung, Sanitär, Spengler. Wie es der Zufall will, durfte ich meine eigene Klasse, ZFA 3b, begleiten.
Den Start machten die Gebäudetechnikplaner, hier wurde viel Theorie vermittelt und auf die Schnittstellenproblematik: Architekt, Planer, Handwerker, Bauleiter verwiesen. Es wurde aufgezeigt, dass heute andere Anforderungen an Erschliessungen, Technikräumen, Raumhöhen, Revisionsflächen gestellt werden und die Koordination extrem wichtig ist. Pläne wurden gezeigt, Problemstellen gezeigt und mögliche Anpassungen, Lösungen diskutiert.
Am zweiten Tag wurden uns die Aufgaben des Heizunginstallateurs aufgezeigt. Neben der Theorie an verschiedenen Heizungsanlagen und dem Besuch der Werkstätten wurden wir auch praktisch geschult: Materialkunde, Rohre zuschneiden, schweissen, Verbindungen erstellen etc. Das Stifthaltermännli war dann wieder eine kräftemässige Herausforderung für mich...
Der nächste Tag konfrontierte uns mit den Aufgaben des Sanitärinstallateuers: Zulauf, Ablauf, Gefälle, Steigzonen, Körperschall und Raumschall, Druck, Speicher, Isolation, Rohr und Gewinde schneiden etc. Wir besuchten die Werkstätten und den Skillspark, dort sieht man verschiedene Anlagen im Orginal aufgebaut und Pascal, der Kursleiter konnte 1:1 diese erklären. Die praktischen Arbeiten forderten mich wieder heraus: Die Spiegelschweissung will gelernt sein...
Den Abschluss bildete der Spenglertag. Von der Theorie ging es zu den Dachmodellen, die in der Spenglerwerkstatt aufgebaut sind. Der Kursleiter Marco beschrieb unterschiedliche Problemstellungen, die Lernenden lieferten mögliche Lösungen und wurden ergänzt, anhand der Modelle konnte man sich dies gut vorstellen. Theorieeinheiten wurden mit kleineren Zwischenpausen oder Teamspielen unterbrochen. Natürlich warteten auch einige praktischen Arbeiten auf uns: Ein Materialfächer, eine Rose und ein Racletteöfeli. Das hiess: Blech schneiden - kannte ich ja schon... Blech biegen - kannte ich ja schon und dann polieren - das war wirklich die einzige Arbeit, die ich ohne Unterstützung schaffte.
Fazit
Es war eine gute Wahl, dass ich diese Woche mit den Zeichnern der Fachrichtung Architektur das GZO besuchte - ich erhielt einen guten Überblick über die Themen , der einzelnen Fachrichtungen. Dieser Kurs bestätigte mir meinen schon gemachten Eindruck, dass der Bau einen hohen Anspruch an fachlich gut ausgebildeten Leuten braucht und die Koordination der verschiedenen Arbeiten das sogenannte A und O ist. Eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist wichtig, die meisten Schäden / Mehrkosten würden entstehen, wenn die Kommunikation nicht stimmt... dies hörte ich nicht zum ersten Mal und dachte zurück an den "Notfalleinsatz" bei Max Schetter.
Ich bin auch dankbar, dass meine Lernenden sich nicht gross anders verhielten, ich war einfach auch eine Kursteilnehmerin, obwohl ein Leiter meinte, dass er den Eindruck habe, dass die Klasse sich mehr anstrengt und beteiligt. Ich fühlte mich auf jeden Fall wohl und konnte mit der Situation gut umgehen - evtl. erzählen mir die Lernenden dann, wie sie es fanden...
Am meisten unterschätzte ich die Belastung einer Ausbildungswoche: Von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr, jede Einheit ist geprägt von Lernphasen oder der Aneignung neuer Fertigkeiten. Die Aufträge werden kurz mündlich erklärt ein Aufgabenbaltt mit der schriftlichen Aufgabenstellung abgegeben. Mir ist es mehr als einmal passiert, dass ich der mündlichen Erklärung nicht folgen konnte. Während die Lernenden schon Vorwissen hatten, war für mich alles neu. Mir fehlte manchmal die Konzentration und ich merkte, dass ich für alles etwas länger brauchte, meine Geduld und Ausdauer (schleifen, polieren) wurden auch in dieser Woche herausgefordert. Sich mal wieder als Lernende zu erleben und zu spüren, was es heisst Neues zu lernen wird mir sicher in Erinnerung bleiben und sicher werde ich meinen Unterricht in Zukunft auch mit mehr Teampausen bereichern.
Ich habe die verschiedenen Kursleiter sehr positiv erlebt und die Tage waren gut organisiert, sie konnten uns trotz der 37 Grad draussen wie drinnen gut motivieren.

Schweissen



