Wochenbericht
Carlos Martinez führt zwei Büros, eines in Berneck und eines in St. Gallen. In beiden Büros wurde ich sehr freundlich begrüsst, allen vorgestellt und es freute mich, einen ehemaligen Lernenden dort wieder zu sehen.
Ich startet die Woche in Berneck.
Allesandro (Lernender 4. Lehrjahr) zeigte mir die Räumlichkeiten: Ein grosser Raum mit ca. 24 Arbeitsplätzen, ein Sitzungsraum, ein Büro für Carlos und Raffaele und im Garten ein Baucontainer (der wie eins der Zimmer im Hotel Säntispark gestaltet ist), in dem sich das Büro der Bauleiter befindet.
Der Tag startete mit einer Teamsitzung über Teams, die jeden ersten Montag im Monat stattfindet. Nach der Begrüssung durch Carlos wird jedes Teammitglied von ihm gebeten, kurz zu berichten, an welchen Projekten man arbeitet, was die anstehenden Aufgaben sind und bei Schwierigkeiten werden die Massnahmen besprochen.
Ich wurde durch die Lernenden der unterschiedlichen Lehrjahre begleitet, sie erklärten mir ihre Aufgaben und Tätigkeiten. Sehr schnell werden sie aktiv in Projekte eingebunden. Ich durfte an einer Lehrlingsbesprechung (jede Woche finden diese statt) teilnehmen, an denen nicht nur über ihre betrieblichen Projekte geredet wird, Pläne angeschaut und allenfalls korrigiert werden, sondern auch über schulische Aufgaben, und Noten. Der Lehrlingsverantwortliche gibt ihnen jeweils eine zusätzliche Aufgabe, die zum Schulstoff passt oder den Lernenden speziell fördert.
In St. Gallen und Berneck zeigten mir die Lernenden Gioia und Hanna (St. Gallen) und Aileen und Alessandro (Berneck) ihre aktuellen Pläne und ich konnte mitverfolgen wie komplex der Beruf Zeichner ist, von der Visierplanung bis zur Garderobenstange wird alles geplant, gezeichnet.
Spannend war auch eine Projektsitzung mit den zuständigen Architekten und ein Gespräch mit dem Entwurfsteam (welches in einer externen Wohnung in Berneck ihre Büroräumlichkeiten hat).
Um einen Eindruck zu bekommen, wie es den Lernenden im ersten Jahr geht, durfte ich das Einführungsprogramm mit den dazugehörigen Übungen von Archicad (Zeichnungsprogramm) kennenlernen - und auch hier wurde meine Geduld und Lernfähigkeit auf eine harte Probe gestellt. Das Fotoergebnis zeigt dies.
Fazit
Nach dem ich die praktischen Arbeiten auf einer Baustelle kennenlernen durfte, freute ich mich darauf mitzuerleben, wie die Pläne entstehen, bzw. der Prozess von der Idee bis zur Fertigstellung sich gestaltet.
Ich erlebte eine Arbeitswelt, die mir bis jetzt fremd war. Ich war beeindruckt von der Ruhe, die das Büro an beiden Orten ausstrahlte, obwohl doch einige: Architekten, Zeichner, Lernende dort arbeiteten, telefonierten und sich austauschten. Nur das Klicken der Maus oder der Tastatur war zu hören, tausende von Klicks jedes Zeichners.
Die Vielschichtigkeit, die ein Bauprojekt beinhaltet wurde mir jetzt erst bewusst. Einige Dinge wie: Architekturwettbewerbe, Baukriterien, Auflagen, Preisgestaltung usw. sind mir nun klarer, Dank der Offenheit und auch der Zeit, die ich vom Team erhalten habe.
Maica ist an beiden Orten tätig und sorgt für gute Stimmung, organisiert gemeinsame Mittagessen in St. Gallen und so traf ich auch bei einem Mittagessen in St. Gallen auf einen ehemaligen Lernenden - sein Gesicht war genauso überrascht wie meins.
Die Lehrlingsverantwortlichen holen die Lernenden sehr gut ab und unterstützen sie, nehmen sich Zeit für deren Anliegen. Allerdings erwarten sie auch Eigeninitiative, wenn es darum geht, auch mal die Baustelle zu besuchen, an deren Pläne sie beteiligt gewesen sind.
Ich bin dankbar, dass ich auch in diesem Beruf meiner Lernenden einen Einblick erhalten konnte, so weiss ich jetzt wieviel Konzentration es braucht, einen Arbeitstag zum grössten Teil vor dem PC zu verbringen.















